BHV-Verbandstag 2023

Neuwahl des Präsidiums, Grußworte für den bayerischen Handball, Satzungsänderungen und allgemeine Verbandsangelegenheiten standen beim 33. Ordentlichen Verbandstag in Bad Brückenau auf der Tagesordnung.


Am Samstagmorgen eröffnete BHV-Präsident Georg Clarke im großen Tagungsraum im Dorinthotel Bad Brückenau den Verbandstag mit dem öffentlichen Teil. 

Besondere Grußworte richtete Georg Clarke an den Präsidenten des BLSV Jörg Ammon, sowie an Stefan Richter vom FC Bad Brückenau, den Ehrenpräsidenten Gerd Tschochohei, die Ehrenmitglieder des BHV, Udo Egleder vom BLSV-Bezirk Niederbayern und den Vertreter des Handballverbands Thüringen Martin Thews. Erstmals war mit Michael Matschenz, Geschäftsführer der ballco-Sports auch der offizielle Ausrüster und Partner des BHV vor Ort.

Eine ökumenische Einstimmung gab Monsignore Martin Cambensy, Vertreter des Ökumenischen Landesarbeitskreises „Kirche und Sport“. Er verband in seinen Grußworten an die Versammlung Sport und Spiritualität, indem er über die besondere Bedeutung von Emotionen im Zusammenhang mit Sieg und Niederlagen sprach und Trost als wesentliche Tugend im Bereich des Sports nannte. 

Auch Stefan Richter, Vorsitzender des ortsansässigen Handballs (1. FC Bad Brückenau), hieß die Mitglieder des Verbandstags herzlich willkommen. Im Anschluss an seine Grußworte wurde ihm der Ehrenamtspreis des Bayerischen Handball-Verbands überreicht.

Eine besondere Überraschung erlebte die Versammlung, als Georg Clarke auch Grußworte des DHB-Vorstandsvorsitzenden Mark Schober ankündigte, die von von Schober persönlich in Form eines Videos übersendet worden waren. Das Grußwort kann hier in voller Länge nachgeschaut werden

Abschließende Grußworte gab es von BSLV-Präsident Jörg Ammon. Er blickte zurück auf die Herausforderungen der letzten Jahre, die von Corona und Krisen geprägt wurden und den Handball besonders betroffen haben. Besonderes Augenmerk lenkt er auf die Wichtigkeit von Handball im Kindesalter und mahnt mehr Fokus auf die Grundschulen zu legen. Man solle sich zudem intensiver mit Nachhaltigkeit und der Instandhaltung von Spielstätten beschäftigen.

Der öffentliche Teil des Verbandstag 2023 wurde mit der Ehrung aller Verstorbenen des Verbands beendet.

(Neu-)Wahl des Präsidiums 

Auf Vorschlag des Erweiterten Präsidiums (umfasst alle Bezirksvorsitzenden) wurde Georg Clarke als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls für eine weitere Legisalturperiode im Amt bestätigt wurden Klaus-Dieter Sahrmann (VP Finanzen), Ben Schulze (VP Leistungssport), Prof. Matthias Obinger (VP Bildung) und Peter Kastenmeier (VP Recht). Auch Felix Rockenmayer-Albert, als Kandidat vorgeschlagen vom Verbandsjugendtag, wurde als VP Jugend und Mitgliederentwicklung einstimmig wiedergewählt. 

Die Zusammenführung der verschiedenen Projekte, Ideen und Ansätze zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Verbands durch das Ressort Verbandsentwicklung übernimmt künftig Daniel Bauer, der nicht nur viele Jahre als Jugendsprecher für BHV und DHB engagiert war, sondern bereits 2011 für mehrere Legisalturperioden Mitglied des Präsidiums als VP Jugend war. 

Für den Posten des Vizepräsidenten Spielbetrieb gab es die einzige Wahl mit mehr als einem Kandidaten: Andreas Heßelmann (Bezirk Alpenvorland) und Paul Bark (Bezirk Oberbayern) stellten sich vor der Abstimmung den anwesenden Delegierten vor. Heßelmann konzentrierte sich auf inhaltliche Themen und Herausforderungen des Ressorts und skizzierte knapp die Bausteine und Ziele des modernen Spielbetriebs, Bark stellte sich vor und gab Auskunft zu seinen persönlichen Erfahrungen bei der Organisation von Spielbetrieb. Am Ende setzte sich Heßelmann mit dreiundvierzig zu acht Stimmen durch. 

Dr. Markus Sikora wurde von der Versammlung zum Vorsitzenden des Verbandsgerichts, Jörg Linow für das Verbandssportgericht bestimmt. 

Ehrenmitglieder  

Im Anschluss an die (Neu-)Wahlen stellte das neuformierte Erweiterte Präsidium den Antrag, folgende Mitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen:

  • Pius Waldmann
  • Werner Guzik
  • Ernst Werner
  • Michael Geis
  • Eberhard Schöpe
  • Ingrid Schuhbauer (posthum)

Satzungsänderungen

Im Fokus der anstehenden Satzungsänderungen standen zunächst vier Themen, die der BHV als Grundsätze für ein dem Handball und Gemeinwohl dienendes Handeln des Verbands in seine Struktur integrieren möchte: Die Aufnahme des Beachhandballs in die Satzung, eine Anpassung der Formulierung zu den Geschlechtern, Aufnahme einer Regelung zu Compliance und zu Gewaltprävention. Sie lauten folgendermaßen:

  • § 3 Aufgaben (1) 1Der BHV fördert, verbreitet und pflegt den Handballsport, (neu) insbesondere Hallenhandball und Beachhandball, für alle Altersklassen aller Geschlechter; dabei ist die Jugendarbeit unter Beachtung der sportlichen und kulturellen Belange besonders zu pflegen. 2Innerhalb der Jugendarbeit ist dem Schulsport besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden.

  • Ergänzung um § 3a Compliance Grundsätze (1) Der BHV und alle ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter bekennen sich zu den Grundsätzen eines regeltreuen und regelkonformen Verhaltens. Der BHV stellt die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen extern und intern sicher und schafft die dazu erforderlichen Strukturen und organisatorischen Maßnahmen. (2) Ziel des BHV ist es, Fehlverhalten und Schäden innerhalb des Verbandes zu vermeiden, um Nachteile für den Verband abwenden zu können und das Ansehen des BHV gegenüber Dritten und der Öffentlichkeit zu wahren. (3) Das Präsidium stellt dazu sicher, dass Compliance-relevante Themenfelder und deren Risiken im Verband erkannt und erfasst werden sowie entsprechenden Verhaltensregeln erlassen und Maßnahmen getroffen werden. (4) Das Präsidium hat eine Ansprechperson für Compliance-Fragen im BHV zu benennen."

  • Ergänzung um § 3b Gewaltprävention (1) Der BHV, seine ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter, seine Mitglieder und Sportler bekennen sich zu den Grundsätzen einer umfassenden Gewaltprävention, insbesondere eines entsprechenden Kinder- und Jugendschutzes, und treten für die Integrität und die körperliche und seelische Unversehrtheit und Selbstbestimmung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen ein. Keine Form der Gewalt, sei sie physischer, psychischer oder sexualisierter Art, ist erlaubt (dies schließt insbesondere auch sexualisierte Sprache ein). (2) Der BHV ergreift zur Gewaltprävention und -bekämpfung alle gebotenen Maßnahmen. Dazu kann das Präsidium einen Ehrenkodex erlassen und von Funktionsträgern und Beschäftigten des Verbandes die Abgabe einer Selbstverpflichtungserklärung verlangen. (3) Der BHV verpflichtet sich, Trainer und Funktionsträger präventiv über die Thematik zu informieren und sie zu qualifizieren, Gewalt (insbesondere sexualisierte Gewalt) zu erkennen und in entsprechenden Situationen sachgerecht handeln zu können. Mitglieder, Sportler, Funktionsträger und Beschäftigte des BHV, die eine mit diesen Grundsätzen unvereinbare Haltung im Verbandsleben zeigen oder gegen diese Grundsätze verstoßen, haben mit Sperren, Amtsenthebungen, Ausschluss oder Kündigung zu rechnen.

Weiterhin wurden Änderungen innerhalb der §11/§ 77/§ 82/§ 95 über den Wegfall der Kassenprüfer innerhalb der Bezirke, in §19 zum Wegfall eines Referenten für Öffentlichkeitsarbeit und in §59 zur Erweiterung und Konkretisierung der Aufgaben des Finanzausschusses jeweils einstimmig beschlossen. 

Abgelehnt wurde hingegen mit deutlicher Mehrheit eine Satzungsänderung §39 betreffend, zur generellen Erteilung des Stimmrechts der beauftragten Vertreter der Bezirksvorsitzenden beim Erweiterten Präsidium. Abgestimmt wurden zudem über Änderungen innerhalb der Jugendordnung, der Finanzordnung, der Trainerordnung, der Spielordnung und der vollständig neugefassten Gebührenordnung. Die Ordnungen stehen nach Bearbeitung in neuer Fassung auf der Homepage zur Verfügung. 

Ein weiterer Antrag des Bezirks Altbayern wurde als Auftrag an das Präsidium formuliert und vom Verbandstag beschlossen: Darin geht es um die Anrechnung des Kinder- und Jugendzertifikats auf die Vereinspauschale mit einer angemessenen Punktzahl. 

Allgemeine Verbandsangelegenheiten

Unter dem letzten Tagesordnungspunkt ergriff noch einmal Georg Clarke das Wort und dankte den Teilnehmer*innen des Verbandstags sowie den Mitarbeitern in Ehren- und Hauptamt für die Organisation. Clarke wies zudem mit Optimismus und sichtlicher Vorfreude auf das kommende "Jahrzehnt des Handballs" hin. Man müsse sich weiterhin bewerben, um Welt-, Europa- und Beachhandball-Meisterschaften nach Bayern zu holen: "Solche Ereignisse sind wichtig für einen nachhaltigen Erfolg des Handballs."

Bayern versuche darüber hinaus auch Standort für die Europameisterschaft der Frauen 2025 und der Weltmeisterschaft der Männer 2027 zu werden und zeigt dabei nicht nur auf München als potentiellen Austragungsort, sondern erwägt auch andere Städte wie z.B. Nürnberg. Die Vorfreude auf die EHF EURO 2024 sei bereits jetzt riesig. "Mit dem Tag des Handballs am 05.11.2023 in der Olympiahalle, werden wir uns mit einem tollen Programm und drei Länderspielen mit deutscher Beteiligung auf die EM einstimmen." 

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