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Rabenschwarzer Freitag für den HSC 2000

Bei der 26:21-Niederlage war Coburg ohne jede Chance bei TuS Nettelstedt-Lübbecke. Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlte lange und es gab zu viele riskante Aktionen an den Kreis. Tobias Varvne sah nach 22 Minuten die rote Karte.


Im ersten Durchgang lud der HSC 2000 Coburg mit einem Fehlpassfestival an den Kreis den gastgebenden TuS Nettelstedt-Lübbecke zur Kontertoren ein, die da den Grundstein für den hochverdienten 26:21-Sieg legten. Wie schon gegen Aue nach der Pause agierten die Coburger einem Spitzenreiter nicht würdig, waren gegen die kompromisslose Deckung der Gastgeber nahezu chancenlos.

Vor der Partie war der Trainerwechsel bei der deutschen Nationalmannschaft natürlich beherrschendes Thema unter den Zuschauern in der Merkur-Arena, wobei die Meinungen ob richtig oder falsch weit auseinandergingen. Doch mit dem Abpfiff galt die ganz Konzentration einer Partie mit einem so nicht erwartbaren Spielverlauf.

Etwas überraschend war auch Andreas Schröder mit zum Tabellensiebten gereist, im Innenblock standen zunächst Weber und Zeman. Unglücklich war schon der Auftakt für den HSC mit einem Pfostenheber von Jaeger, zwei Fehlpässen an den Kreis und einem frei vergebenen Ball von Zettermann. Anschließend hielt Billek sein Team mit zwei sehenswerten Treffern von weit außen dran, aber hinten bekam der HSC Spohn nicht in den Griff. Konsequenz war, dass sie einem Vier-Tore-Rückstand hinterher liefen und nach gerade mal neun Minuten bereits acht Treffer kassiert hatten.

Dann kam Schröder in den Mittelblock, aber wenig später hatte Gorr dringenden Redebedarf, rief zur Auszeit. Denn die Aktionen im Rückraum glichen denen aus dem Aue-Spiel der zweiten Halbzeit. Die TuS-Abwehr stand bestens, schaffte es immer wieder die Lücken zu schließen. Hätten Kulhanek und der nach der Auszeit eingewechselte Poltrum nicht freie Bälle pariert – es wäre schon früh zappenduster für die Coburger gewesen. Denn deren Würfe aus dem Rückraum blieben weiter ziemlich unvorbereitet und wurden so zu einer leichten Beute für Tatai im TuS-Tor. Bezeichnend die Wurfausbeute der Coburger, die bis zur 22. Minute lediglich den allerersten Treffer aus dem Rückraum erzielten. Das hatte aber auch damit zu tun, dass die Abwehr der Gastgeber ungestraft recht rüde zu Werke gehen durfte. Insbesondere das Halten am Kreis vor den Anspielen wurde oft übersehen, führte zu Ballverlusten und Gegenstoßtoren. Wobei Bagaric im Deckungszentrum die TuS-Abwehr bestens organisierte.

Noch problematischer wurde es Sekunden später, als Tobias Varvne seinen Gegenspieler leicht im Gesicht traf, der theatralisch zu Boden ging und „Tobi“ die erste rote Karte der Saison gegen den HSC sah. Seine Kollegen schafften es dennoch, den Abstand zumindest nicht größer werden zu lassen, Sproß musste jetzt auf der Rückraum-Mitte-Position ran.

Nach dem Wechsel dauerte es lange bis der erste Treffer fiel. In der Folge warfen die Coburger Tatai im TuS-Tor zudem so richtig „warm“ und liefen nach gut 40 Minuten acht Toren Rückstand hinterher. Ihnen fehlten die zündenden Ideen um die Abwehr des Gegners auseinanderzuspielen. Daran änderte die zweite Auszeit von Gorr etwas, denn mit einem 3:0-Lauf kam Coburg näher, musste jedoch weiter für jeden Treffer hart arbeiten. Lediglich Poltrum gelang ein „einfacher“ Treffer als er ins verwaiste TuS-Tor traf. Der HSC hatte taktisch nicht groß umgestellt, agierte in der Abwehr etwas offensiver ausgerichtet, war agiler auf den Beinen und die Gastgeber konnten ihr Niveau nicht halten. Innerhalb von sechs Minuten hatte Coburg den Abstand halbiert und ausgerechnet in Überzahl vergab Zetterman frei gegen Tatai die große Option auf drei Tore zu verkürzen. Das gelang Neuhold acht Minuten vor dem Abpfiff. Aber damit hatte Coburg sein Pulver verbraucht, weil es danach lief wie über weite Strecken des Spiels. Würfe aus dem Rückraum wurden geblockt, Kreisanspiele kamen nicht an. Unterm Strich bleibt ein rabenschwarzer Freitag in einer Partie, die überragende Einzelspieler bei TuS Nettelstedt entschieden haben.

Foto: Iris Bilek

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