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VfL Gummersbach – TSV Allach: 35:32

Auswärts eine vermeidbare Niederlage kassiert


Nach dem Spiel gegen den VfL Gummersbach stand am Samstagabend eine einzige Übung auf dem Programm der AllacherBuam: „Das-in-den-Hintern-Beißen“! Während man sich in der Vorwoche nach starker kämpferischer Leistung knapp dem besseren Team, der HSG Wetzlar, geschlagen geben musste, hätte man diese Partie gegen den VfL gewinnen können. Was war schief gegangen?

Die Heimmannschaft erwischte zunächst den besseren Start, knöpfte den Gästen den ersten Angriff ab und ging mit 2:0 in Führung (4. Minute), Allach hielt allerdings dagegen und glich aus. Von Beginn an hatten die Gäste einige Probleme im Verteidigen, das schnelle Spiel der Gastgeber unterband man zu zögerlich oder man war von den Einläufern überrascht. Nach dem 7:7 in der 15. Spielminute gelang Gummersbach der erste Zwischenspurt. Man ging mit zwei, dann mit drei Toren in Führung. Das Team- Timeout der Allacher zeigte Wirkung, man konnte sich wieder neu ins Spiel bringen und Tor für Tor herankämpfen. Das 12:12 in der 24. Spielminute signalisierte den mitgereisten Fans, dass ihr Team nun entsprechend fokussiert war. Die Schlussminuten der ersten Halbzeit konnte man dafür nutzen, zwischenzeitlich in Führung zu gehen, 15:16 stand zur Pause auf der Anzeigetafel.

Zurück aus der Kabine verpassten die AllacherBuam komplett den Wiederanpfiff. Anstatt „den Faden“ vom Ende der ersten Hälfte aufzugreifen, überließ man ohne ersichtlichen Grund den Hausherren das Feld. Diese nutzten ihre Chance konsequent und begannen mit einem Drei-Tore-Lauf, sodass es nur zweieinhalb Spielminuten nach Pausenende 18:16 stand. Nicht dramatisch, aber ärgerlich. Wenn man jetzt an so manch andere Begegnung denkt, in der in einer solchen Situation ein Ruck durch’s Team ging und der Biss zurückkam, so vermisste man dies leider zu diesem Zeitpunkt bei den AllacherBuam. Und so lag man in der 42. Spielminute mit fünf Toren zurück, ein erneutes Team-Timeout sollte die Jungs wieder „in die Spur“ bringen. Allerdings hatten die Spieler des VfL gelernt und ließen sich nicht noch einmal so weit in die Defensive drängen wie in der ersten Halbzeit, sondern hielten den Vorsprung konstant auf vier bis sechs Toren. Nach der dritten Auszeit, acht Minuten vor Spielende, in der eine sehr offene Abwehr mit teilweiser Manndeckung besprochen wurde, konnte man die Gastgeber noch einmal etwas aus dem Konzept bringen und sich bis auf drei Tore herankämpfen. Die Uhr lief allerdings in dieser Situation gegen die Mannschaft und so brachte Gummersbach diesen Vorsprung über die 60. Minute. Ein 35:32 stand am Ende auf der Anzeigetafel und den Jungs war die Enttäuschung deutlich anzumerken.

Fazit: Insgesamt war das Spiel der AllacherBuam zum einen in der Abwehr nicht konsequent genug, die Gastgeber hatten hier mitunter zu „leichtes Spiel“ ihre Angriffe erfolgreich zu beenden. Andererseits schaffte man es nicht, die zahlreichen hinten heraus gespielten Pässe vorne in Tore umzuwandeln, mal verpasste man das Zuspiel oder wollte zu hektisch abschließen oder man scheiterte frei am Torhüter… zu ärgerlich! Diese individuellen Fehler weiteten sich schließlich zu einem „kollektiven Köpfe hängen lassen“ aus. Es gelang den Spielern an diesem Nachmittag einfach nicht, den Ärger über ihre eigenen Fehler in eine Art kollektive „Nun-erst-recht-Motivation“ umzuwandeln, und das war schon so richtig zum „in den Hintern beißen“!

Jetzt gilt es das Gute der beiden ersten Begegnungen der Meisterrunde in die wohlverdiente Winterpause mitzunehmen und an den derzeitigen Schwächen zu arbeiten. Elf Spieltage in 14 Wochen, eine hohe Belastung, die glücklicherweise nur zu wenigen längeren Ausfällen im Team geführt hat. Einige spielfreie Tage werden allerdings allen sehr guttun, um die kleineren Wehwehchen zu kurieren und vor allem um den Kopf wieder ausreichend frei zu bekommen. Die beiden letzten Wochen boten keine Chance zu angemessener sportlicher Vorbereitung, zu viel unnötige Unruhe wurde von außen ins Team getragen und hinterließ auch bei den Spielern sichtbare Spuren auf dem Spielfeld.

Beim Rückblick auf das, was seit der gewonnenen Quali im Juni 2019 passiert ist, zeigt sich vor allem eine tolle Entwicklung der Mannschaft innerhalb von nur sechs Monaten! Im Athletik- und Kraftbereich sind die Jungs in der Lage über 60 Minuten zum Teil körperlich sehr gut ausgebildeten Mannschaften Paroli zu bieten, die individuelle Spielfähigkeit und das Durchsetzungsvermögen wurden deutlich gesteigert und der Facettenreichtum im Zusammenspiel ist unübersehbar. Nicht umsonst sind zu den Heimspielen von Spieltag zu Spieltag mehr Zuschauer in die Eversbuschhalle gekommen. Die begeisternde Spielweise, das mitreißende Auftreten der AllacherBuam als Team haben sich inzwischen auch weit über die bayerische Grenze hinaus herumgesprochen. Jungs, ihr seid zu Recht im Juni 2019 in die Jugendbundesliga eingezogen und ihr seid jetzt am richtigen Platz in der Meisterrunde!

Text und Bild: TSV Allach 09

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