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Feiertag am Feiertag: ESV-Damen stürzen Spitzenreiter Metzingen

Die Regensburgerinnen geben gegen Metzingen II die Punkte ab. In der Bayernliga zieht die SG knapp den Kürzeren.


Das Spitzenspiel zwischen dem ESV 1927 Regensburg und der TuS Metzingen II hielt alles, was die Ansetzung „Tabellenzweiter empfängt Spitzenreiter“ versprochen hatte. Der Rahmen in der gut besetzten Sporthalle Königswiesen war ebenfalls würdig. Metzingens Bundesligamannschaft hatte spielfrei, sodass Cheftrainerin Edina Rott mit nach Regensburg gereist war und auch drei Spielerinnen aus dem Erstliga-Kader mit zu dem Schlagerspiel gebracht hatte. So stand in der Startformation der „TuSsies“ mit Delaila Amega eine aktuelle niederländische Nationalspielerin und Dritte der Europameisterschaft 2018, flankiert von der deutschen Juniorinnennationalspielerin Laetitia Quist und der italienischen Nationalspielerin Anika Niederwieser. Amega und Niederwieser sollten nach langwierigen Knieverletzungen Spielpraxis sammeln. Auf dem Papier eigentlich eine „Mission Impossible“ für das Heimteam, doch es sollte anders kommen. Großen Anteil daran hatte Torhüterin Chiara Zellner, die eine überragende Partie ablieferte. Die ersten zehn Minuten verliefen ausgeglichen (4:4), dann sollten die „Minuten der Abpraller“ anbrechen: Carina Vetter sammelte den ersten ein und sorgte damit für die erste ESV-Führung nach Natascha Webers 1:0. Nach einer frühen Auszeit von ESV-Coach Stefan von Frankenberg gelangen den Oberpfälzerinnen vier Tore in Serie. Die 9:5-Führung konnte Regensburg bis zum Halbzeitstand von 16:10 ausbauen, da eine Unterzahl mit 1:0 gewonnen wurde, fünf weitere Abpraller beim ESV landeten und die Chancenverwertung gegen Ende des ersten Durchgangs richtig gut war. Herausragend dabei die eingewechselte Anna Fuhrmann, die alle drei ihrer Würfe netzte.

Vielen Regensburgerinnen stand kurz vor Wiederanpfiff ins Gesicht geschrieben, dass sie dem Braten noch nicht trauten. Zwei Pfostentreffer schienen obendrein anzudeuten, dass Fortuna dem ESV nicht mehr ganz so wohlgesonnen wie bei den Abprallern in der ersten Hälfte war. Amelie Bayerl wollte das so nicht akzeptieren und stellte auf der linken Angriffsseite mit unwiderstehlichen Durchbrüchen die Metzinger Defensive vor enorme Probleme. Ihr Tor zum 20:13 in der 41. Minute bedeutete die höchste Führung der Partie. Drei Treffer in Serie brachten Metzingen aber zurück in die Partie und von Frankenberg dazu, die grüne Karte zu legen. In der Schlussphase zitterte dann gleich mehreren Regensburgerinnen das Händchen und die Angst vor dem Gewinnen war auf einmal da. Etwas mehr als zwei Minuten vor dem Ende erzielte Niederwieser das 24:22 und Metzingen hatte wenig später sogar die riesige Chance zum Anschlusstreffer. Den vereitelte Chiara Zellner mit einer erneuten Glanzparade und praktisch im Gegenzug machte die bärenstarke Spielmacherin Natascha Weber mit einem trocken verwandelten Siebenmeter zum 25:22 alles klar. Dann folgte grenzenloser Jubel und der Feiertag am Feiertag war ebenso perfekt wie die Tabellenführung. Metzingens Coach Damir Lebovic gratulierte nach dem Spiel bei der Pressekonferenz dem ESV zum „verdienten Sieg“, die sechs Tore Rückstand zur Pause seien zu viel gewesen. Sein Gegenüber freute sich über den breiten Kader, der heute Trumpf war. Ein Sonderlob des Trainers erhielt Chiara Zellner, die mit vielen Paraden der Hauptgrund dafür war, dass der ESV die einzige verlustpunktfreie Mannschaft in der 3. Liga Süd geblieben ist. „Die Spiele gegen Mitkonkurrenten haben wir gewonnen, doch das war vergangene Saison auch schon so. Nun müssen wir auch gegen die Mittelfeldteams abliefern.“ Gelegenheit dazu haben die Regensburger am 12. Oktober beim Ex-Bundesligisten Nellingen.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Chiara Zellner, Kristyna Hurtova

Feld: Anna Fuhrmann 4, Natascha Weber, Franziska Peter je 4/1, Andrea Vlachova, Amelie Bayerl je 3, Julia Drachsler, Sara Mustafic, Isabel Toth je 2, Carina Vetter 1 sowie Annalena Kessler, Doro Mooser, Sophia Peter und Andreea Popovici.

 

 

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