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Coburg holt zwei ganz lockere Punkte

2. Handball-Bundesliga – In einem Spiel ohne echte Höhepunkte hat der HSC 2000 beim 32:20-Erfolg nur anfangs leichte Probleme. TW Konstantin Poltrum war mit 17 Paraden „doppelt starker Rückhalt“.


„Kann man darüber überhaupt was schreiben?“ So lautete schon zur Halbzeit die Frage eines HSC-Fans in einer Partie, die am Ende tortechnisch zwei völlig identische Halbzeiten haben sollte. Vom Hocker riss der 32:20-Sieg des HSC 2000 Coburg gegen das Tabellenschlusslicht HSG Krefeld allerdings niemanden. Richtig gefordert wurden die Coburger nicht. Aber TW Konstantin Poltrum hatte einen sehr guten Tag erwischt, kam auf 17 offizielle Paraden. „Wir haben zwar „nur“ 15 notiert“, so Jan Gorr nach dem Spiel, „aber ganz egal wie viele es waren. Die waren doppelt wichtig. Denn dadurch konnten wir zwölf Gegenstöße laufen und man hat ja gesehen, wie schwer es war gegen diese 5:1-Abwehr zu spielen.“

Girts Lilienfelds und Andreas Schröder konnten unter der Woche nur eingeschränkt trainieren und ein Geheimnis der Zwillingsbrüder Felix und Max Jaeger, beide mit der Nummer Sechs auf dem Rücken, bleibt, ob sie sich vor der Partie über taktische Dinge ausgetauscht haben. Denn der Krefelder hatte bereits beim Bruder in Coburg übernachtet, deren Eltern verfolgten die Partie in der Halle. Optisch war das Spielfeld diesmal komplett in gelb und schwarz getaucht. Denn die Gäste spielten mit schwarzen Trikots und gelben Hosen, beim HSC war es genau umgekehrt. Ungewöhnlich gab Gorr im Tor diesmal Poltrum den Vorzug, Zeman stand auch im Angriff am Kreis. Vor dem ersten Treffer für Coburg ging ein kollektives „Ohh“ durchs Publikum, weil eigentlich der „glockenfreie“ Zettermann hätte selbst werfen können und doch noch einmal quer passte auf Varvne. Die Gäste taten sich schwer gegen die gut arbeitende Coburger Abwehr, die in der Anfangsphase nur zweimal den gegnerischen Kreisläufer Cutera aus den Augen verlor. Bei beiden Teams fanden zunächst lange nicht alle Bälle ihr Ziel, mal waren Pfosten oder Latte im Weg, mal zischten die Bälle am Tor vorbei oder wurden Beute der Torhüter. So blieb Max Jaeger zwei Mal in Folge von der Außenposition ein Torerfolg versagt. Zudem schlichen sich einige Abspielfehler ins HSC-Spiel ein, so dass die Gäste lange nah dran blieben.

Am überzeugendsten waren Billek & Co. wenn es schnell nach vorne ging. Mehrmals bemängelte HSG-Coach Gunnarsson das Rückzugsverhalten seiner Spieler, nahm nach 15 Minuten Sario eindringlich ins Gebet. Denn gegen die 5:1-Deckung der Krefelder, gegen die sich auch schon andere Teams schwer getan hatten, fand der HSC nur ansatzweise Lösungen. Felix Jaeger war dann der erste der Zwillinge, der traf (9:7). Als Poltrum aber dessen nächsten Wurf frei vom Kreis parierte, gelang Neuhold mit dem abprallenden Ball ein „Empty-Net-Goal“, da die Gäste eine Zeitstrafe abzusitzen hatten. Zu diesem Zeitpunkt saß Max auf der Bank. Trotz einer Sechs-Tore-Führung gab es reichlich Redebedarf beim HSC an der Seitenlinie. Erst war Gorr im Zwiegespräch mit Schröder, wenig später mit Weber, dann mit Varve. Der Coburger Coach spürte, dass sein Team nicht locker lassen durfte. Bei aller schnellen Spielweise mahnte Gorr den sicheren Ball an, den sein Team nicht immer spielte. Und wieder landete der Ball mit der Sirene für die Coburger im Tor zum vermeintlichen 17:10-Halbzeitstand, aber wie schon vergangene Woche fand der Treffer keine Anerkennung mehr, natürlich weit weniger dramatisch als in Hüttenberg.

Es blieben zudem noch weitere dreißig Minuten um im zähen Spiel noch ein paar Höhepunkte zu setzen. Energisch setzte sich Lilienfelds nach Wiederanpfiff trotz zwei „Reißfest-Tests“ an seinem Trikot durch und erhöhte auf sieben Treffer. Gorr hatte Zettermann und auch Billek auf der Bank gelassen und war wenig später kurz kaum zu beruhigen als der HSG-Rechtsaußen Wöstmann ohne Fremdeinwirkung in den Coburger Kreis wegrutschte und es mit Freiwurf für die Gäste weiterging. Allerdings agierte der HSC weiter nicht ganz fehlerfrei, hatte mit Poltrum, der nach 40 Minuten eine 50prozentige Paradenquote hatte, einen starken Rückhalt.

Nach 44 Minuten standen sie erstmals gemeinsam auf dem Feld – die Jaeger-Zwillinge, nicht einmal zwei Minuten ohne dass sich ihre Wege kreuzten. Wenig später wurde der Abstand erstmals zweistellig. Gorr hatte längst auf ungewohnte Formationen umgestellt, ließ Varvne auf der Bank, Schröder oder Sproß übernahmen die Spielgestaltung gegen nachlassende Krefelder, die kaum noch ein Mittel fanden um durch die Coburger Deckung zu kommen. In einer Auszeit nach zwölf Toren Rückstand appellierte Gunnarsson an sein Team, nochmals Gas zu geben. Prompt gelangen ihnen zwei Treffer in Folge, weil auch Coburg in seiner Konzentration nachließ. Das schien Gorr zu einer Auszeit zu veranlassen. Auf echte Höhepunkte warteten die Fans vergeblich, am sehenswertesten war in der Schlussphase noch das Kreisanspiel von Neuhold auf Timm, doch gegen die 5:1-Deckung der Krefelder war der Spielverlauf kaum nicht zu erwarten. Doch zumindest einen hat es so richtig vom Hocker gehauen. Denn Peter Pratsch, Geschäftsführer bei DCT, hatte im Hallenheft exakt das Endergebnis getippt.

Stimmen

HSC-Trainer Jan Gorr: „Wir haben viel dafür getan nicht nur zu gewinnen, sondern deutlich zu gewinnen. Anfängliche Schwierigkeiten haben wir schnell wettgemacht, vor allem durch unser Gegenstoßverhältnis von 12:5.“

VfL-Trainer Arnar Gunnarsson: „Coburg hat gut gespielt, wir haben zu viele technische Fehler gemacht und so viele einfache Gegenstosstore bekommen. Wir sind sicherlich besser als es das heutige Spiel und unsere null Punkte aussagen.“

HSC-TW Konstantin Poltrum: „Es ist immer ein Zusammenspiel von Abwehr und Torwart. Die Jungs vor mir standen gut, haben es mir leicht gemacht. Natürlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden.“

 

Bericht: RBI - RALPH BILEK, Bild: HSC 2000 Coburg

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