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Lisa auf dem Weg in Liga 1

Die bayerische Spielerin Lisa Antl hat gerade die U19-Europameisterschaft in Ungarn gespielt und wechselt jetzt für die kommende Saison in die erste Bundesliga. Wir haben mit Lisa noch ein Interview geführt, bevor Sie nach Buxtehude zieht:


Liebe Lisa, mit der Europameisterschaft in Győr liegt das zweite internationale Turnier als Nationalspielerin hinter dir. Was bedeutet für dich eine solche Nominierung für den DHB-Juniorinnenkader und die Teilnahme an der Europameisterschaft?
Lisa: Für mich ist die Nominierung jedes Mal eine Ehre. Es ist toll jedes Mal einer neuen Herausforderung zu begegnen. Egal ob es jetzt ein Turnier oder ein Lehrgang ist. Ich kann viel dazu lernen und mich weiter entwickeln. Es macht sehr viel Spaß mit meiner Mannschaft zu kämpfen und immer weiter an einem perfekten Handball-Spiel zu feilen.
 
Bei einer Europameisterschaft aufzulaufen ist bestimmt ein unbeschreibliches Gefühl, das nicht viele von uns erleben dürfen. Kannst du uns dieses Gefühl beschreiben und vielleicht auch wie es ist bei einer EM zu spielen?
Lisa: Die Frage trifft schon den Kern. Es ist unbeschreiblich. Allein, wenn wir die Nationalhymne singen und man realisiert, dass man zu etwas Außergewöhnlichem gehört. Man realisiert, dass die Mannschaft nicht nur aus 16 Spielerinnen und dem Trainerstab besteht, sondern wir eins sind und für etwas Gemeinsames fighten. Es ist ein Gänsehautmoment. So viel Freude über die Tatsache, Adrenalin und Vorfreude auf das Spiel und einen unglaublichen Stolz auf sich und sein Team. Das sind zumindest ein paar der Eindrücke, die begreiflich machen, wie es sich anfühlt.
 
Bei der WM im vergangenen Jahr hast du mit dem DHB-Team das Achtelfinale erreicht, bei der EM dieses Jahr hat es knapp nicht gereicht, aber am Ende habt ihr Platz 9 geholt. Bist du zufrieden mit der Platzierung und mit deiner eigenen Leistung beim Turnier?
Lisa: Wir können zufrieden sein, wenn wir den Verlauf der EM anschauen. Wir haben uns als Mannschaft immer weiterentwickelt und haben am Ende das WM-Ticket souverän gelöst. Man selbst ist jedoch nie ganz zufrieden. Es gibt immer etwas, in dem man sich verbessern kann. Aber mit nur einem richtig schlechten Spiel, das leider turnierentscheidend war, kann man auch nicht gänzlich unzufrieden sein. Und genauso verhält sich das auch mit meiner eigenen Leistung. Zufrieden bin ich nicht. Aber richtig enttäuscht kann ich auch nicht sein.
 
Jetzt, nach der Europameisterschaft steht für dich eine weitere große, Herausforderung auf dem Programm und zwar eine ganz Neue. Du bist für die kommende Saison vom HCD Gröbenzell zum Buxtehuder SV gewechselt, ein sehr großer Schritt, zu dem wir dir sehr herzlich gratulieren. Welche Erwartungen hast du an Buxtehude und deine neue handballerische Herausforderung?
Lisa: Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit und auf die neue große Herausforderung. Ich will mich weiterentwickeln und viel lernen. Es wird allerdings unvergleichlich anders sein, sich in der 1. Liga zu behaupten. Davor habe ich natürlich großen Respekt. Mein Sprung von der Landesliga in die zweite Liga vor zwei Jahren war aber auch nicht ganz ohne und ich bin jetzt schon gespannt, wie sich der anstehende Wechsel zu einem so erfolgreichen Verein wie Buxtehude im Nachhinein im Vergleich anfühlen wird.
 
Am ersten Septemberwochenende startet die neue Saison mit deinem neuen Verein, was steht bis dahin noch alles auf dem Programm?
Lisa: Es stehen einige Testspiele sowie Trainingslager und Turniere an. Genauso wie in den meisten Vorbereitungen.
 
Wie wird sich dein Alltag von der dritten Liga zur ersten Liga verändern (Trainingspensum, Umfeld, Studium)?
Lisa: Naja es wird sich einiges ändern, allein von 3 mal in der Woche Halle auf jeden Tag. Hinzu kommt der Trainingsinhalt, der sich ändert. Morgens Athletik und abends Halle. Aber ich wohne jetzt am gleichen Ort, wo auch mein Training stattfindet. Jetzt kann ich mit dem Skateboard von zu Hause zur Halle fahren, und nicht nur die letzten Meter vom Bahnhof aus.
 
In Gröbenzell hast du Erfahrungen in der Jugendbundesliga gesammelt - das Viertelfinale erreicht, in der zweiten Bundesliga gespielt… Ist dir der Abschied aus Gröbenzell und aus deiner bayerischen Heimat bei Ingolstadt schwer gefallen?
Lisa: Anfangs dachte ich nicht, dass mir der Abschied so schwer fallen würde. Aber da habe ich mich geirrt. Ich habe viel gelernt, erlebt und hier einen tollen Verein, tolle Menschen, tolle Teams und Freunde gefunden. Gröbenzell ist eine Art Familie für mich geworden. Die vielen tollen Momente, wie das Erreichen des Viertelfinales, der erste Sieg in der 2. Liga, die Feiern und viele Momente mehr, lassen den Abschied echt schwer fallen.
 
 
Wenn du zurückblickst auf deine Zeit in Gröbenzell, Ismaning, Ingolstadt und Gaimersheim, was ist dir am meisten in Erinnerung geblieben und was waren deine besten Erlebnisse in deiner Zeit im bayerischen Handball-Betrieb?
Lisa: Ich habe viele tolle Erinnerungen. An jeden Verein und jede Zeit. Sei es mit dem TSV Gaimersheim, als wir das erste Mal gleichzeitig mit einer C- und einer B-Jugend die Landesliga erreicht und im gleichen Jahr die bayrische Meisterschaft im Beachhandball gewonnen haben. Die Landesligameisterschaft der Damen mit der HG Ingolstadt und die Chance mich gleichzeitig in der Jugendbundesliga mit Ismaning zu beweisen. Die Spiele und meine ersten Tore in der 2. Liga. Das Erreichen des Viertelfinales der Jugendbundesliga und den Kampf um unter die besten drei der 3. Liga zu kommen. Das ist eine gute Zeit gewesen, die ich nicht hätte missen wollen und an die ich mich immer gerne zurück erinnern werde.
 
Zuletzt noch ein Rückblick auf deine Zeit als auf BHV-Spielerin, inwiefern haben dich diese Zeit bzw. diese Trainings weitergebracht und was ist dir davon am meisten in Erinnerung geblieben?
Lisa: Die BHV-Zeit war eine tolle Zeit, mit tollen Momenten. Es war zu der Zeit das Höchste was ich hätte erreichen können. Man lernt für etwas Besonderes zu trainieren, denn man gehört dann zu etwas Besonderem. Es bringt einem immer weiter, da man viele tolle Menschen kennen lernt, die alle über das normale Maß hinaus motiviert sind und für den Handball brennen ohne den Spaß zu verlieren. Genau die Sorte Spielerin, mit denen man bis ins Achtelfinale der A-Jugend-Bundesliga vorstoßen kann, wie wir das mit Gröbenzell dann auch geschafft haben. Als Spielerin im Landeskader ist mir am meisten das Werner-Seelenbinder-Turnier in Berlin im Gedächtnis geblieben, als wir damals im Finale standen. Das war ein tolles Erlebnis.

Vielen Dank liebe Lisa für deine offenen Antworen und den kleinen Einblick, den du uns gegeben hast in deine Handballkarriere. Wir wünschen dir ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg mit dem DHB-Team und alles Gute für deine neue Aufgabe in Buxtehude. Hoffentlich sehen wir dich auch in Bayern ganz bald wieder. 

 

Foto: Birgit Franke (HCD)

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