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HSC Bad Neustadt steigt in dritte Liga auf.

Mit einem 29:23 (15:10)-Erfolg gegen MTV Rheinwacht Dinslaken sichert sich der HSC Bad Neustadt nach einem Jahr in der Bayernliga den Wiederaufstieg in Liga 3.


„Damit ist unser Saisonziel in die Tat umgesetzt worden“, freute sich ein überaus glücklicher Coach Chrischa Hannawald, dessen Vertrag sich mit dem Aufstieg automatisch verlängert hat. „Bad Neustadt ist stolz auf die Mannschaft, ihren sportlichen Erfolg und die sofortige Rückkehr in die 3. Liga“, schloss sich Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter in der Pressekonferenz den Gratulanten an. „Der HSC ist das sportliche Aushängeschild der Stadt und einer ihrer Werbefaktoren über die Region hinaus“.

Bevor es allerdings zu solchen Aussagen kam, mussten die Rot-Weißen erst einmal ihre Hausaufgaben machen und das bedeutete bis fast zum Ende der ersten Halbzeit Schwerstarbeit. Denn die Gäste vom Niederrhein hatten die fünfstündige Anfahrt nicht als Vatertagsausflug konzipiert. „Wir wollten gewinnen“, so ihr Coach Harald Jakobs. Dieser musste auf seinen Torjäger Steffen Hahn verzichten, nach dreißig Sekunden auch zwanzig Minuten lang auf seinen Spielmacher Fabian Gorris, der sich nach Zusammenprall mit Gary Hines eine Knieverletzung zuzog. Hines, der die vorgezogene Position in der 5:1-Deckung, „das ist meiner Meinung nach unsere wirkungsvollste Abwehrvariante“, so der US-Nationalspieler, wahrnahm, vermochte aber auch nicht den schnellen 0:2-Rückstand zu verhindern. Die Gastgeber schafften zwar den 2:2-Ausgleich, warfen aber in den nächsten Minuten den vor der Pause starken MTV-Keeper Marco Banning warm, während sein Gegenüber Felix Schmidl zunächst von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen wurde. Diese hechelten zeitweise, auch weil Krisztian Galli mit einem Siebenmeter scheiterte, bis zur 17. Minute einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, ehe Julian Bötsch mit einem Hattrick die erstmalige Führung (9:8) besorgte.

Als Gorris zum 10:10 ausglich, waren noch fünf Minuten im ersten Durchgang zu spielen, „und die haben das Spiel entschieden“, waren sich beide Trainer einig. Denn für die Hausherren trafen nun Ioannis Fraggis und je zweimal Leon Rastner und Gary Hines. Letzterer nutzte zwei Fehlpässe zu Kontertoren, während die Gäste sich mit technischen Fehlern um den Ballbesitz brachten. „Noch ist nichts verloren“, machte sich da der MTV-Fanbeauftragte Yannick Pieper Mut, der sich über die die heimischen Fans wunderte. „Wir haben ja mit unseren 130 Fans, ausgerüstet mit Fahnen und Trommeln, mehr für die Stimmung getan als das HSC-Publikum. Es kommt wohl selten vor, dass ein Verlierer nach Spielende mehr gefeiert wird als ein Aufsteiger“.

Tatsächlich verlief die Unterstützung von Seiten des heimischen Publikums leiser, zu Aufstiegsgesängen wurden sie nach dem Abpfiff von Franziskus Gerr animiert. Dieser und seine Mannschaftskameraden überstanden die kritischen ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit, in der sie drei Zeitstrafen absaßen, unbeschadet und verteidigten den Vorsprung, der nie mehr in Gefahr geraten sollte, konsequent. Auch dank eines nun immer stärker werdenden Torhüters Felix Schmidl, der in einigen Eins-zu-Eins-Situationen parierte und so die Aufholjagd des Gegners im Keim erstickte. „Bad Neustadt hat verdient gewonnen“, so Jakobs und Pieper. „Sie waren effektiver, hatten die aggressivere Deckung, daher Glückwunsch zum Aufstieg“. Den verdienten Erfolg sah der HSC-Coach nicht nur als Verdienst seiner Spieler, „die eine tolle Saison gekrönt haben“. Sein Dank galt seinem Co-Trainer Igor Mjanowski, den Betreuern und den Fans.

„Das wird ein langer Abend“, vermutete nicht zu Unrecht Gary Hines, während Ioannis Fraggis an seinen ersten Abend mit der Mannschaft erinnerte: „Als ich zum Probetraining kam, haben mir meine Mitspieler gleich klar gemacht, dass ich bei einer Verpflichtung den Aufstieg mitangehen muss. Für diesen Aufstieg haben wir dann alle gekämpft, uns auch nicht wegen der Niederlagen gegen Blaustein zerfleischt, sondern immer an uns geglaubt“. Dem pflichtete Martin Bieger bei: „Unsere Moral war immer gut. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft nach meiner langen Verletzungspause in der Endphase der Saison helfen durfte, das große Ziel 3. Liga zu erreichen“. Lobende Worte fand auch Fitnesstrainer Carsten Pusch: „Der Wille der Mannschaft, den Abstieg vergessen machen zu wollen, habe ich schon in der ersten Trainingseinheit gespürt. Die Spieler waren immer motiviert, liefen trotz Blessuren auf, ich musste sie nie antreiben.“

Eine weitere positive Nachricht hatten die HSC-Verantwortlichen nach Spielende noch parat. Leon Rastner, lange verletzt und erst während der laufenden Runde verpflichtet, wird auch in der kommenden Saison das Trikot der Rot-Weißen tragen. Die Saalestädter gehen nun in die Sommerpause, ehe Anfang Juli die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt. „Da wünschen wir Bad Neustadt dann viel Glück“ so Pieper, „es wäre schön, wenn ihr uns übermorgen die Daumen gegen Kirchzell drücken würdet“. Vor dem Foyer kam es dann zu Fast-Verbrüderungen der Fans. Einige MTV’ler haben sich für das erste Drittliga-Heimspiel des HSC angesagt, einschließlich eines gemeinsamen Besuchs des Kreuzbergs.

 

Bericht: HSC Bad Neustadt, Bild: Thomas Euring

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