Bayerischer Handball-Verband
E-Mail
Facebook
Suchen
Menü

HC verliert mit Schlusspfiif

Mit dem Schluspfiff konnte der MT Melsungen erstmals in Führung gehen und gewann so nach einem wahren Handball-Krimi das Spiel mit 24 : 25 (16 : 11) Toren.


Am letzten Heimspieltag der HC Erlangen sollten die Spieler, die den Verein verlassen, von der ganzen HC-Familie verabschiedet werden. Viele Emotionen wurden bereits beim Einlaufen der Mannschaft spürbar. Mit besonders stürmischem Applaus und zum Teil stehend wurden die Spieler Gorazd Skof, Nikolai Theilinger, Jonas Thümmler und Andreas Schröder begrüßt.

Der HC Erlangen hatte seine erste und wichtige Vorgabe, den Klassenerhalt bereits erzielt. Die Erlanger wollen ihre bisher beste Punktzahl von 28 Punkten noch übertreffen. Beim Gegner dem MT Melsungen ging es um die Qualifikation zur Teilnahme am Europäischen Wettbewerb.

Wer glaubte beim HC sei zwei Tage vor Saisonende die Luft raus, Konzentration und Motivation fehlen, sah sich schnell getäuscht. Die Gastgeber legten wie die Feuerwehr los und ehe die Nordhessen  sich umsahen, lagen sie nach acht Minuten mit 7 : 3 zurück. Trainer Heiko Grimm wechselte den glücklosen Nebojsa Simic im Tor gegen Johan Sjöstrand aus, was aber zunächst keine Wirkung zeigte. Im Gegenteil mit dem Pfiff zur Halbzeit legten die Erlanger mit 16 : 11 einen 5-Tore-Abstand vor.

In der 42. Minute musste der HC durch leichtfertig vergebene Großchancen, einen immer stärker haltenden Sjörstrand und nicht zu verstehenden Pfiffen erstmals ein Remis von 18 : 18 hinnehmen. Erlangen konnte noch einmal auf 24 : 21 davonziehen. Nach einem rüden Foul von Nationalspieler Tobias Reichmann an dem davon laufenden Christopher Bissel erhielt dieser zu Recht die rote Karte. Diese eine Verletzung in Kauf nehmende Aktion ist eines Nationalspielers unwürdig und hätte auch mit Rot/Blau bestraft werden können.  

Als dann in der 55. Minute Nico Büdel, der herausragende Akteur und Neunationalspieler der Erlanger, beim Stande von 24 : 22 vom Punkt aus gegen Sjöstrand scheiterte, gab es statt eines 3-Tore-Vorsprungs den Anschlusstreffer zum 24 : 23. Nach dem 24 : 24 Ausgleich konnte Melsungen durch einen Kempatrick praktisch mit dem Schlusssignal den sehr glücklichen (und nicht ganz verdienten) 25 : 24 Sieg erspielen. Der MT Melsungen lag 59 Minuten und 52 Sekunden im Rückstand oder Remis, erst mit dem Schlusspfiff wurde der erstmalige ein-Tore-Vorsprung erreicht.

Erlangen hat sich durch das Auslassen glasklarer Torchancen selbst besiegt. Acht 7-Meter-Pfiffe, davon von Reichmann sieben erfolgreich verwandelt sowie ein sich steigernder Sjörstrand haben Melsungen lange Zeit im Spiel gehalten. Erst als Erlanger drei Chancen frei vorm Kreis nicht verwerten konnte, kam Melsungen wieder heran. Es war nicht das Glück des Tüchtigen – wie Trainer Heiko Grimm nach dem Spiel meinte – sondern die Fahrlässigkeit der Gastgeber, dass dieses Spiel noch verloren wurde.

Der HC hat das Spiel zweifellos selbst verloren, trotzdem darf die Frage erlaubt sein, wie oft das Paar Klipp/Maier noch beweisen darf, dass es für diese Liga absolut ungeeignet ist.

Nach dem Spiel kam es zu emotionalen Momenten, bei denen auch ein paar Tränen verdrückt wurden. Neben den schon genannten Spielern Gorazd Skof, Andreas Schröder, Nikolai Theilinger und Jonas Thümmler wurden Christoph Steinert, den es zurück nach Magdeburg zieht, die jungen Spieler Michael Haßferter und Sergej Gorpishin verabschiedet. Andreas Schröder wird in der nächsten Saison für den HSC Coburg spielen, der an den letzten Spieltagen den zweiten Platz, den vom 3. bis zum 32. Spieltag belegte und der zum Aufstieg in die erste Liga berechtigt hätte, durch vermeidbare Niederlagen verspielt.

Der HC  Erlangen hat am kommenden Sonntag, 09.06.2019, 15.00 Uhr, in der SCHARRena Stuttgart gegen den TVB  Stuttgart noch die Chance die Punkte 29 und 30 zu holen und damit die beste bisher erreichte Punktzahl zu toppen.

Noch eine erfreuliche Nachricht am Ende: Der Neuzugang des HCE, Quentin Minel, hat als Kapitän des Tabellendritten Chambery Savoie den Coup de France, den französischen Pokal, gewonnen.

 

Norbert Höhn

zurück zur Übersicht


Top