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Seit 1000 Spielen ein bewährtes Team

Die Augsburger Schiedsrichter Herbert Vornehm und Harald Schweizer haben von der A-Klasse bis zur Bundesliga schon alles gepfiffen und viel dabei erlebt


Der Ort hätte nicht besser ausgewählt sein können. In der altehrwürdigen Rebayhalle in der Handballhochburg Günzburg feierten Harald Schweizer und Herbert Vornehm ein sehr seltenes Jubiläum. Die beiden Augsburger Handball-Schiedsrichter leiteten in den Begegnungen der Frauen und Männer  des VfL Günzburg gegen die DJK Rimpar ihre Spiele 999 und 1000. Schweizer, 58,  und Vornehm , 59, gelten in der Handballszene als alte Hasen. Der Gögginger Schweizer, der als Schiedsrichter für den TSV Friedberg im Einsatz ist spielte selbst in Günzburg in der ersten Bundesliga, seine Kollege  Vornehm (TSV Haunstetten) agierte als Aktiver auch Drittklassig, trainierte die Haunstetter Handballerinnen in der zweiten Liga und führt seit Jahren die Abteilung der Ballfänger des TSV Haunstetten. Beste Voraussetzungen, um auch als Schiris zu agieren. "Diese Konstellation ist bundesweit wohl einmalig," glaubt Schweizer

Lob vom Sieger, Kritik vom Verlierer. Das ist der Alltag von Schiedsrichtern. Egal ob im Fußball, Basketball  natürlich auch im Handball. Vergangene Woche, bei der Handball-Weltmeisterschaft, wurde dies nach der Partie zwischen Deutschland und Kroatien wieder mal  deutlich. Das Team vom Balkan fühlte sich nach seiner Niederlage gegen das DHB-Team von den Unparteiischen benachteiligt und ließ die Wut an den Referees aus Dänemark aus. Mit Schelte zu leben haben auch Harald Schweizer und  Herbert Vornehm gelernt. Die beiden Augsburger bilden seit vielen Jahren ein Schiedsrichtergespann . Begonnen hat alles im Jahre 1991. Schweizer und Vornehm spielten zusammen beim TSV Friedberg Handball und beendeten ihre aktive Laufbahn. Schweizer, der bereits 1976 seine Prüfung als Schiedsrichter absolviert hatte, machte seinem Teamkollegen den Vorschlag künftig miteinander zu pfeifen. "Unser erstes Spiel war eine Partie in der Frauen A-Klasse, das Derby DJK Hochzoll II - TSG Hochzoll II", erinnert sich Vornehm und fügt an "100 Zuschauer waren da." Damals ahnten die beiden nicht, dass sie ihr sportlicher Weg in Spielklassen führen sollte, in denen sie als aktive Spieler selbst auf dem Parkett standen.

Dass sie hochklassig den Ball geworfen haben, dies sollte sich auch als Unparteiischer bemerkbar machen. Positiv. Denn auf der Karriereleiter ging es rasch nach oben. Von 2003 bis 2009 leiteten sie Begegnungen in der zweiten Bundesliga, auch im Frauen-Oberhaus durften sie zwei mal ran. "Das waren tolle Erlebnisse, manchmal waren 1500 bis 2000 Zuschauern in den Hallen", erzählt Vornehm und hat auch einige Anekdoten  im Köcher. Beim württembergischen Frauen-Derby zwischen dem SV Allensbach und Frischauf Göppingen siegten die Gastgeberinnen und der Gästebetreuer verabschiedete sich mit den Worten: "Euch beide will ich nie mehr bei einem Spiel von uns sehen." Wie es der Zufall so wollte, ein Jahr später, pfiff das Duo diese Partie wieder, nur mit anderem Resultat und einem Göppinger Funktionär, der die Augsburger Schiris über den grünen Klee lobt. "Natürlich flogen auch mal die Fetzen", geben die Beiden zu, "doch richtigen Ärger hatten wir nie".

Auch bei den beiden Begegnungen an der Donau nicht. Souverän trat das Duo auf, als beim Frauenspiel der Günzburger Trainer zu oft protestierte, knüpfte ihn sich Schweizer vor, die Angelegenheit war erledigt. Ein Karriereende ist bei den beiden Endfünfzigern nicht in Sicht.  Was die Handballer freuen dürfte.                                       

 

Text: Herbert Schmoll (Augsburger Allgemeine); Bild: Ernst Mayer 

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