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Lisa Antl im Interview: "Fleiß schlägt Talent!"

"Und ein erfolgreicher Schulabschluss ist erstmal wichtiger" - so die Abiturientin im BHV-Interview.


1) Was geht einem durch den Kopf, wenn man die Einladung zu einem DHB-Lehrgang per Email bekommt?
Was ging mir durch den Kopf: Ich konnte es zuerst nicht glauben und wie ich es dann realisiert habe, bin ich fast vor Aufregung und Freude geplatzt. Es ist eine Ehre nominiert zu werden und die Chance zu bekommen, sich bei der U18 Nationalmannschaft zu zeigen. Ich war sehr stolz.

2) Du spielst aktuell in Gröbenzell in der 2. Liga. Wie schaut deine Trainingswoche aus?
Ich habe 3 Mal die Woche 2,5 bis 3 Stunden Training, zuerst Jugendbundesliga und danach das Damen 1-Training. Dazu noch die selbstständigen Einheiten am Freitag und am Wochenende dann die Spiele.

3) Du hast alle Stationen der bayerischen Talentförderung durchlaufen. Was rätst Du den jüngeren BHV-Kadern?
Die BHV Zeit war einer der schönsten Zeiten und ich erinnere mich gerne daran. Die BHV-Spielerinnen sollen diese besondere Zeit genießen und soviel wie möglich mitnehmen! Es ist interessant andere Mädels im gleichen Alter oder andere Trainer kennen zu lernen, die genauso "ticken" wie man selbst. Dies ist natürlich ein sehr motivierendes Umfeld. Jedoch am wichtigsten ist neben dem Ehrgeiz und dem Leistungswillen, dass man mit Spaß an der Sache ist. Ohne den erreicht man nur schwer seine Ziele und wird sein volles Potential im Training und im Spiel nicht entfalten können. Ich würde jedem Spieler den Spruch einer Freundin nahe legen: Fleiß schlägt Talent. Denn was nützt es der talentierteste Spieler zu sein, wenn man sich nicht weiterentwickelt.

4) Zur Zeit steckst Du mitten im Abitur und konntest deshalb auch nicht am DHB-Lehrgang teilnehmen. Wie bringst Du Leistungssport und Schule unter einen Hut? Sind Sportler die besseren Schüler, weil sie disziplinierter und ehrgeiziger sind?
Um beides unter einen Hut zu bringen, benötigt man doch sehr viel Selbstdisziplin, ein tolles Team, viel Geduld und natürlich sehr viel Unterstützung und Rückhalt aus der Familie. Ohne diese Punkte würde ich es nicht schaffen! Vor allem nicht ohne meine Familie. Sie sind für mich da und unterstützen mich, wo sie nur können.
Für mich ist es schwer zu beurteilen, ob Sportler die besseren Schüler sind. In der Tat benötigt man viel Disziplin und Ehrgeiz, um auch in der Schule gut zu sein. Ich habe für meinen Teil gelernt, meine Wochen und Tage sehr gut einzuteilen, vor allem in den Klausurenphasen. Da ich lange zum Training fahre, nutze ich meine Fahrtzeiten zum Lernen. Dazu kommt, dass ich beim Sport den Kopf frei bekomme und somit für die Trainingszeit den Schulalltag vergessen kann. Ich bekomme einen neuen Blickwinkel auf verschiedene Situationen und lerne wichtiges von unwichtigem zu trennen, was meine schulischen Leistungen anhebt. Doch am Ende des Tages muss man bei aller Begeisterung für den Sport die Relevanz der Schule immer im Blick haben. 51 % von 101 % sollten in der Schule liegen.

5) Letztes Jahr warst Du auch beim bayernweiten Grundschulaktionstag als Trainerin aktiv. Was hältst Du von der Aktion und wie bist Du selbst zum Handballsport gekommen?
Ich selbst bin über eine Freundin meiner Mutter zum Handball gekommen und da ich damals noch nach "meiner" Sportart gesucht hatte, war der Handball etwas Neues, woran ich viel Spaß mit meiner ältesten Freundin hatte, der natürlich bis heute anhält.
Der Grundschulaktionstag ist ein toller Tag und mir hat es viel Spaß gemacht als Trainerin den Kindern "die beste Sportart der Welt" näher zu bringen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder einen Einblick in andere Sportarten bekommen und nicht immer nur Fußball und Turnen kennen lernen. Deshalb sehe ich es als Vorteil, wenn die Kids diese Möglichkeit wahrnehmen können. Der Handball ist abwechslungsreich, bietet immer wieder neue Herausforderungen und vereint mehr als eine Fähigkeit, wie Körperbeherrschung, schnelle Auffassungsgabe, Teamgeist, Ballverständnis und vieles mehr. Gleichzeitig ist es eine gute Möglichkeit für die Heimvereine sich in den Schulen vorzustellen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, meinen Heimatverein zu repräsentieren.

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