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HC verspielt leichtfertig Sieg

(-hn) Wer kann diesen HC noch verstehen? Ein überragender Sieg gegen Göppingen. Jenes Göppingen, das am Wochenende in Melsungen mit 30 : 27 gewonnen hat. Dieser HC spielt gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf nach einer 6-Tore-Führung nur unentschieden 22 : 22!


Dabei begann alles standesgemäß. Schnell führte der Gastgeber mit 4:1 (8. Minute) und 10 : 6 (19.). Offenbar war die Mannschaft beim 11 :9 in der 23. Minute schon in der Kabine beim Pausentee, denn die Eulen holten in den letzten Minuten Tor um Tor auf und erzielten mit dem Halbzeitpfiff die 13 : 12 Führung!

Das sollte nicht noch einmal passieren! Nach der Halbzeitansage von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson ging der HC die zweite Halbzeit mit neuem Schwung an. Obwohl Martin Stranovsky, der unter dem neuen Trainer alte Spielfreude und Spielstärke zurückgewonnen hat, wegen einer SchulterverIetzung nicht spielen konnte, lagen die Unistädter in der 47. Minute mit 6 Toren in Führung. Beim Stande von 20 : 14 waren die Gäste mausetot. Dann kam der unerklärliche Wandel der Gastgeber. Der HC hörte auf zu spielen. Abspielfehler häuften sich, Torchancen wurden vergeben. Der Gast schöpfte neuen Mut und holte wie in Halbzeit eins Tor um Tor auf. Eine Minute vor Schluss stand es plötzlich unentschieden und der Topscorer der Gäste Patrick Weber lief alleine auf das Erlanger Tor zu – und scheiterte an einem unbezwingbaren Erlanger Schlussmann, Nikolas Katsigiannis. Dem Erlanger Torwart war schließlich der eine Punkt zu verdanken.

So geschah das Unmögliche: Erlanger verschenkte leichtsinnig und völlig unverständlich für die 3400 Zuschauer einen Punkt und musste sich bei seinem Torhüter bedanken, dass daraus nicht in aller letzter Sekunde zwei Minuspunkte gegen einen biederen Aufsteiger wurden!

Johannes Sellin, der nach seiner Daumenverletzung wieder mitspielte, konnte noch keine Verstärkung für den Gastgeber sein. Warum er trotzdem durchspielte und nicht mehr für den jungen Maxi Lux Platz machen musste, bleibt ein Geheimnis des Trainers. Christoph Steinert konnte nur vom Punkt aus überzeugen. Es war das Spiel der Jura-Studenten: auf Erlanger Seite war Christopher Bissel mit 6 Toren, auf Friesenheimer Seite Philip Weber ebenfalls mit 6 Toren erfolgreichster Schütze.

Was stimmt nicht in dieser HC-Mannschaft? Fragen über Fragen stellen sich. Antworten gibt es nur sehr schwer: Ist eine Mannschaft verunsichert, wenn sie kurz vor Spielende mit 6 Toren führt? Nein – warum auch? Liegt es an dem Verletzungspech? – Nein – ein Auswärtssieg in Göppingen und eine hohe Führung im Spiel gegen Friesenheim sprechen dagegen. Hatte die Mannschaft das Spiel in der 47. Minute bereits gewonnen und war leichtsinnig geworden? Antworten müssen Trainer und Mannschaft finden. Einen Grund dafür muss es geben und er muss schnell abgestellt werden, will man nicht mit dieser Truppe der großen Namen absteigen!

Im alten Jahr stehen noch zwei Begegnungen gegen die Füchse aus Berlin, die im Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen mit 37 : 23 schlimme Prügel bezogen haben und gegen den SC DHfK Leipzig an. Danach haben Trainer und Mannschaft bis 08.02.2018 reichlich Zeit sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Schließlich hat der HC keine Studententruppe mehr, sondern ausgewachsene Profis und (Ex-)Nationalspieler. Auch wenn der Jura-Student Christopher Bissel gemeinsam mit Profi Nikolas Katsigiannis an diesem Wochenende, über die ganze Spielzeit hinweg die einzigen Spieler mit Erstliganiveau waren.

Erster Gegner im neuen Jahr ist der derzeitige Tabellenzweite die SC Flensburg-Handewitt.

 

 

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