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Erlangen holt neuen Cheftrainer

Nach der erneuten 34 : 24 Pleite in Leipzig haben die HC-Verantwortlichen die Reißleine gezogen und Aòalsteinn Eyjòlfsson als Cheftrainer verpflichtet.


(hn) Der HC Erlangen hat 28 Minuten lang mit dem Tabellensiebten DHfK Leipzig auf Augenhöhe gespielt und gezeigt, dass er noch immer Handballspielen kann. Bei einem Spielstand von 12 : 12 kurz vor der Halbzeit war die Partie noch einmal offen. Aber dann kam es wieder dicke. Zunächst wurde der Treffer zum 13 : 13 Ausgleich nicht gegeben, weil Wannenmacher Sekunden vorher die grüne Karte zum Team-Time-out beim Schiedsgericht abgegeben hatte. Leipzig erhöhte per Siebenmeter zum 14:12. Jonas Link ließ den Ball fallen, Steinert warf ihn weg und kassierte zu Recht mit der Schlusssirene eine 2-Minutenstrafe. Die Schiedsrichter ließen die 4 Sekunden nachspielen, was Leipzig genügte um mit einem Drei-Tore-Vorsprung (15 : 12) in die Halbzeit zu gehen.

Nach der 2. Halbzeit Leipzig präsentierte sich ein völlig anderer HC. Fehler häuften sich, Torchancen wurden vergeben. Das bekannte Schema. Nervosität machte sich breit, die Abwehr begann zu schwimmen, Torhüter Skof alleine gelassen, sah keinen Ball. Leipzig nutzte konsequent nun jeden Erlanger Fehler, um Tor auf Tor vorzulegen. So kam wie aus den vergangenen Spielen bekannt: ein hilf- und mutloser HC gab sich seinem Schicksal ohne große Gegenwehr hin. Leipzig konnte einen Kantersieg nach Hause fahren. Am Ende gab es beim 34 : 24 wieder eine blamable Niederlage mit einer 10-Tore-Differenz.

Zum zweiten Mal sahen sich die HC-Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Erneut wurde der Trainer gewechselt. An Stelle von Interimstrainer Tobias Wannenmacher, der vergeblich alles versucht hatte, übernimmt ab Montag der 40-jährige Isländer Aòalsteinn Eyjòlfsson das Training. 

Seine erste Aufgabe muss sein, wieder Ruhe in die Mannschaft bringen. Es muss wieder mitaneinander, nicht übereinander geredet werden. Andeutungen eines deutlich verärgerten  Europameisters, Johannes Sellin, nach dem Spiel in Leipzig lassen darauf schließen, dass noch nicht alle Spieler begriffen haben, dass sie sich mitten im Abstiegskampf befinden. Es wurde vieles zu lange schön geredet. 

Der HC Erlangen hat Eyjòlfsson vom TV Hüttenberg abgeworben. „Wir haben Zeit gebraucht, um den optimalen Trainer zu finden. Es war wirklich ein sehr großer Aufwand, den wir auf uns genommen haben, um mit interessanten Trainerkandidaten zu sprechen, die Situation zu prüfen und verantwortlich zu bewerten", sagte Geschäftsführer Rene Selke: "Wir sind zum Ergebnis gekommen, dass unsere Mannschaft einen dynamischen Trainer braucht, der Erfolg ausstrahlt, der den modernen Handball repräsentiert, der konsequent und doch kommunikativ ist."

Eyjlofsson hatte mit Hüttenberg den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga geschafft. In dieser Saison liegt die Mannschaft punktgleich mit Erlangen (5:15) auf dem 15. Platz der Tabelle. Nur ein Punkt trennt beide vom 1. Abstiegsplatz, den Exmeister Gummersbach belegt (14 : 16).

Eyjòlfsson hatte nach Angaben seines Ex-Klubs den Verein Mitte der Woche gebeten, seinen Vertrag aufzulösen. Er wollte die vakant gewordene Stelle beim HC Erlangen, einem wirtschaftlich besser situierten und sportlich durchaus ambitionierten Klub in der Handball-Bundesliga, übernehmen. Hüttenberg kam dem Wunsch nach und gab seinen Erfolgstrainer frei. Wer Nachfolger in Hüttenberg wird, steht noch nicht fest. (Webseite des TV Hüttenberg.)

Eyjòlfsson steht in Erlangen Schwerstarbeit bevor. Er kommt zu einer total verunsicherten Mannschaft, der er wieder Mut und Selbstvertrauen zurückgeben muss. Er muss aus den Einzelspielern, die zuletzt ohne Konzept spielten, wieder eine geschlossene Truppe bilden und er muss einen Spielmacher finden, der führen kann. Michael Haas ist sicher ein toller Typ, aber als Spielmacher hat er sich nicht aufgedrängt. Da kommt die 14-tägige Länderspielpause gerade recht.

Also einen dicken Strich unter die vergangenen 10 Spiele machen, in die Hände spucken, Ärmel hochkrempeln und zu alter Stärke zurückfinden. Von gestandenen Profis wird man das verlangen können.

Die Fans jedenfalls halten zu ihrer Truppe wie Facebook-Eintragungen zeigen und auch in Leipzig waren über 200 an einem Sonntag zur Mittagszeit anwesend, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Bis zum 10. Tabellenplatz sind es „nur“ 3 Punkte. Die Saison ist noch jung und es stiegen nur zwei Mannschaften ab. Erlangen sollte nicht dazu gehören. Schon die Frage, in welcher Halle eine Zweitliga-Mannschaft spielen kann, ist nicht zu lösen. Also, es kann nur noch aufwärts gehen. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“, hat meine Oma immer gesagt. Foto: Sportfoto zink

 

 

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