anmelden registrieren  Finden

 

Ehrenkodex
des Bayerischen Handball-Verbandes e.V.

für Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer im Handball

In der anhaltenden öffentlichen Diskussion um Gewalt gegen und sexuellen Missbrauch von Kindern gerät auch der Sport auf den Prüfstand. Wenngleich bisher wenige Fälle bekannt wurden, sehen Fachleute die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Vereinen als idealen Nährboden für Miss-brauchsfälle. Wo hört körperliche Nähe auf, wo beginnt die Grenzüberschreitung? Deshalb gilt der Grundsatz: „Wehret den Anfängen“.

Die Kinder stark und selbstbewusst erziehen, aufklären, Grenzen bewusst machen, Risiken regelmäßig thematisieren hilft im Kampf gegen Missbrauch und Gewalt. Die Trainer/innen und Referenten/innen des BHV beziehen aktiv Stellung durch das Unterzeichnen des Ehrenkodex gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Sexismus.

I. PRÄAMBEL

Der Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer ist ein selbst auferlegter Kanon von Pflichten und stellt ein in Worte gefasstes, traditionell gewachsenes, sittlich angestrebtes und gewissensbestimmtes Standesethos dar, dem ein humanes, demokratisches Menschenbild und eine sittliche Wertorientierung zugrunde liegen.
Er dient als moralische Grundlage des eigenbestimmten Selbstverständnisses der Trainerinnen und Trainer unter strenger Beachtung der Würde des Menschen im Rahmen des freiheitlichen, demokratischen Gemeinwesens.
Die Würde des Menschen hat in Training und Wettkampf immer Vorrang!
Im Zentrum aller trainings- und leistungssteuernden Maßnahmen steht die mündige Athletin / der mündige Athlet. Dieser Athletin / diesem Athleten fühlen sich die Trainerinnen und Trainer primär verpflichtet.

II. EHRENKODEX

1. Trainerinnen und Trainer respektieren die Würde der Sportlerinnen und Sportler, die unabhängig von Alter, sozialer und ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischer Überzeugung oder wirtschaftlicher Stellung gleich und fair behandelt werden.

2. Diese Fairness beinhaltet vor allem einen respektvollen, gewaltfreien Umgang miteinander, sei es im Training oder im Wettkampf.

3. Trainerinnen und Trainer bemühen sich, die Anforderungen des Sports in Training und Wettkampf mit den Anforderungen des sozialen Umfeldes, insbesondere der Familie, der Schule, der Ausbildung und des Berufs, in Einklang zu bringen.

4. Trainerinnen und Trainer erziehen ihre Sportlerinnen und Sportler:
- zu sozialem, fairem und respektvollem Verhalten in der Trainingsgemeinschaft,
- zu fairem Verhalten innerhalb und außerhalb des Wettkampfes, zu absoluter Gewaltfreiheit im Umgang mit Personen und Sachen und zum nötigen Respekt gegenüber allen anderen in das Sportgeschehen eingebundenen Personen.

5. Trainerinnen und Trainer bemühen sich um ein pädagogisch verantwortliches Handeln:
- Sie geben den von ihnen betreuten Sportlerinnen und Sportler alle wichtigen und entwicklungspsychologisch vertretbaren Informationen zur Leistungsentwicklung und Leistungsoptimierung weiter.
- Sie fördern die Selbstbestimmung der ihnen anvertrauten Sportlerinnen und Sportler, erziehen zur Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit im Sinne des Ideals der mündigen Athletin / des mündigen Athleten, gerade auch im Hinblick auf deren späteres Leben.
- Sie bemühen sich bei Konflikten um offene, gerechte und humane Lösungen.
- Sie wenden in keinem Fall Gewalt, insbesondere keine sexuelle Gewalt, gegenüber den ihnen anvertrauten Athletinnen und Athleten sowie allen anderen an der Sportart Handball beteiligten Personen an.

6. Die Entwicklung zur mündigen Athletin / zum mündigen Athleten, deren Gesundheit, Wohlbefinden und Glück stehen über den Interessen und Erfolgszielen der Trainerinnen und Trainer sowie der Sportorganisationen. Alle Trainingsmaßnahmen werden dem Alter, den Erfahrungen sowie dem aktuellen physischen und psychischen Zustand der Sportlerinnen und Sportler angepasst.

7. Trainerinnen und Trainer verpflichten sich, den Gebrauch verbotener Mittel (Doping) zu unterbinden und Suchtgefahren (Drogen-, Nikotin- und Alkoholmissbrauch) vorzubeugen. Sie wirken diesen Gefahren durch gezielte Aufklärung und vor allem durch die Wahrnehmung ihrer Vorbildfunktion negativen Auswüchsen entgegen.

>> Trainer, die sich zum Trainerehrenkodex bekannt haben...