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Aschaffenburg/Miltenberg
 

 

 

Geschäftsstelle Kreis AB/MIL
Kreisvorsitzende Kerstin Reiter
Neuerweg Weg 7
63571 Gelnhausen
(mobil) 0176/82137654
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Kreis Aschaffenburg/Miltenberg hat neue Vorsitzende

Das Land war noch geteilt, Franz Josef Strauß Ministerpräsident und der TV Großwallstadt deutscher Meister, deutscher Pokalsieger und IHF-Cup-Gewinner als Erhard Gröger (Hösbach) 1984 den Vorsitz des Kreises Aschaffenburg/Miltenberg übernahm. Eine lange und arbeitsintensive Ära von mehr als drei Jahrzehnten, die am letzten Donnerstag in Stockstadt zumindest in der ersten Reihe ein Ende nahm. Die Delegierten der Vereine zwischen Spessart und Odenwald akzeptierten den Rücktritt ihres Vordenkers und wählten Kerstin Reiter (Stockstadt) zu seiner Nachfolgerin.



Wie viel sich in den ereignisreichen und kräftezehrenden Jahren des Wirkens von Erhard Gröger im Handball getan haben muss, erahnt man vielleicht am besten mit dem Hinweis darauf, dass jener TV Großwallstadt, der zwischen 1978 und 1990 sechsmal die deutsche Hallenmeisterschaft an den Main geholt hat, derzeit im Mittelfeld der zweiten Liga untergetaucht ist und gar darum bangen muss, im zweiten Anlauf noch die Lizenz für eine weitere Saison auf der ganz großen Handballbühne zu erhalten.

Erhard Gröger selbst blickt sehr zufrieden auf die letzten Jahrzehnte zurück: „Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich bin bis heute Gottfried Däsch und Ludwig Eckart dankbar, dass sie damals meine Laufbahn neben dem Feld tatkräftig angeschoben haben. Ich bin jetzt seit mehr als 50 Jahren im Handball aktiv und werde nun wegen der Gesundheit und der vielen Arbeit etwas kürzer treten müssen.“ Das Amt des Finanzwarts wird Erhard Gröger nämlich ganz im Nordwesten des Freistaats weiterhin innehaben.

Seine heutigen Mitstreiter sparen nicht mit Lob, wenn es um ihn geht. „Erhard Gröger war durchgängig ein extrem anerkannter Fachmann“, sagt etwa der Präsident des Bayerischen Handball-Verbands Gerd Tschochohei, „wir in Bayern trauern, dass er zukünftig nicht mehr, so wie bislang, an unserer Seite stehen wird.“ Gunter Eckart (Brombachtal), Präsident des Hessischen Handball-Verbands, spricht davon, der Handball ohne Erhard Gröger in erster Reihe sei eigentlich für ihn überhaupt nicht vorstellbar, zumal Gröger schon immer eine große Lücke hinterlassen habe, wenn er ein Amt an den Nagel gehängt habe.

In diese Lücke zu stoßen wird zukünftig Aufgabe von Kerstin Reiter sein. Die 29-Jährige werden die einen oder anderen schon durch ihre Tätigkeit in der Frauenkommission des BHV kennen. Zudem war sie seit einem knappen Jahre stellvertretende Vorsitzende im Kreis, was ihr einen Sitz im Erweiterten Präsidium des BHV eingebracht hatte. Die Region selbst kennt sie zunächst als Spielerin in Stockstadt, Aschaffenburg und Nieder-Roden sowie als engagierte Jugendtrainerin. Die Industriefachwirtin setzte sich am Donnerstagabend in einer Stichwahl recht deutlich gegen den Journalisten Guido Franke durch.

Kerstin Reiter liegt vor allem am Herzen, das zuletzt nicht immer ganz unbelastete Verhältnis zu den Handballern in Hessen und insbesondere zu jenen des dortigen Handballbezirks Odenwald/Spessart zu kitten. Letztendlich müsse immer der Handball im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche persönliche Belange, ist sie in einem Gespräch mit der Aschaffenburger Tageszeitung „Main-Echo“ zu vernehmen.

Einige weitere Probleme werden sicherlich zusätzlich auf sie warten. So musste die Region binnen rund einer halben Dekade hinnehmen, dass aus einem Erstligisten und drei Zweitligisten mittlerweile nur noch ein Zweitligist geworden ist. Hinzu kommen altbekannte Schwierigkeiten wie sinkende Kinderzahlen, weniger Schiedsrichter und überhaupt immer mehr Alternativmöglichkeiten die Freizeit zu gestalten.

Dass der Handball zwischen Frankfurt und Würzburg dennoch weiterhin einen guten Ruf wahren kann, dazu sollen neben Kerstin Reiter und Erhard Gröger auch Gerfried Born (Zweiter Vorsitzender) und Andreas Müller (Presse) beitragen. Über mangelnde Aufgabenfülle werden sie sich wohl nicht beklagen.